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Berufsorientierung und Hochsensibilität

Berufsorientierung und Hochsensibilität
Wissenschaft und Forschung

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Die Berufsorientierung, also der Übergang von der Schule in den Beruf oder ins Studium, ist eine Lebensphase, die allgemein mit diversen Herausforderungen und Belastungen einhergeht. Dazu gehört häufig beispielsweise der erste Auszug aus dem Elternhaus und die damit verbundene räumliche Trennung von Eltern und Geschwistern, ein neuer Wohnort und der 8-Stunden-Arbeitsalltag mit neuen Kollegen oder Kommilitonen (vgl. Betz & Brand 2017).

Hochsensible Personen (HSP) verarbeiten Informationen ausführlicher, was sie zum Beispiel in Entscheidungssituationen langsamer als andere erscheinen lässt, da sie alle Möglichkeiten mit ihren Vor- und Nachteilen sorgfältiger reflektieren und abwägen, bevor sie sich entscheiden. Dafür zuständig ist der Teil im Gehirn, der mit der tieferen Verarbeitung von Informationen beschäftigt ist. Er beschäftigt sich bei HSP auch mit wahrgenommenen Feinheiten gewissenhafter als bei Nicht-HSP. Damit sind sich HSP mehr darüber bewusst, was in ihnen und um sie herum geschieht. Mit der gründlicheren Verarbeitung von Informationen einhergehend, ermüden HSP aber auch schneller und sind dementsprechend eher durch Überstimulation gestresst (vgl. Aron & Aron 1997; Aron 2016a).

Aufgrund dieser für HSP typischen Merkmale kann sich – neben vieler anderer Herausforderungen, die mit der Hochsensibilität einhergehen – die Berufswahl für HSP als Hürde gestalten und es so entsprechend länger dauern, eine Arbeit zu finden, die für sie die geeignet ist, was zu häufigeren Abbrüchen oder zum vermehrten Wechsel der Arbeitsstelle führen kann (vgl. Aron 2016b).

Coaching zur Berufsorientierung für hochsensible Menschen

Obwohl es bereits einige Angebote zur Berufsorientierung gibt, existiert bislang kein Angebot, das sich speziell an hochsensible junge Menschen wendet und damit die weitreichenden Besonderheiten dieses Persönlichkeitsmerkmals in dieser wichtigen Lebensphase berücksichtigt.

In meiner Promotion forsche ich mit Hilfe des Design-Based Research-Ansatzes, der zum Ziel hat, ein konkretes Problem in der Bildungspraxis (schrittweise) zu lösen. Mein Ziel es ist, hochsensiblen jungen Menschen den Übergang von der Schule in den Beruf, bzw. in ein Studium zu erleichtern.

Dementsprechend habe ich als ersten Schritt meiner Promotion bisher Interviews mit Experten aus dem Fachbereich der Hochsensibilität geführt, darunter Wissenschaftler, Coaches und natürlich hochsensible Menschen. Die Ergebnisse der Interviews fließen in die Weiterentwicklung der Coaching-Methode.

Die Coaching-Methode strebt an, auf der einen Seite das Bewusstsein für Selbstfürsorge und Achtsamkeit der Teilnehmer im Hinblick auf ihre Hochsensibilität zu schärfen und ihnen auf der anderen Seite nützliches Handwerkszeug an die Hand zu geben, mit dem sie den für sie geeigneten Beruf finden und ein sinnerfüllendes Leben gestalten können. Es geht also sowohl um den Blick nach innen (Was sind meine Stärken? Was tue ich gerne? Was interessiert mich?) als auch um den Blick nach außen (Wo gibt es einen Beruf, der zu mir passt? Wo stimmen die Randbedingungen zu meinen Bedürfnissen?).

Während des einwöchigen Coachings werden die Teilnehmer durch meinen Praxispartner, dem erfahrenen Personalentwickler und LWP-Coach Marc Buddensieg, begleitet.

Teilnahme am Coaching für Hochsensitive

Wer hochsensibel ist, zwischen 16 und 25 Jahren alt ist und Interesse an einer Teilnahme hat, kann sich sehr gerne unter unten genannter Emailadresse bei mir melden und erhält im Anschluss ausführliches Informationsmaterial zur Coaching-Methode.

Hier geht es zum aktuellen Seminar in Hannover:

 

Literatur:

Aron, E.N./Aron, A. (1997): Sensory-Processing Sensitivity and Its Relation to Introversion and Emotionality. In: Journal of Personality and Social Psychology, 73 (1997) 2, S.345-368.

Aron, E. (2016a): The highly sensitive person: how to thrive when the world overwhelms you, Auflage o.A. New York: Carol Pub., 1996.

Aron, E. (2016b): Sind Sie hochsensibel? Ein Arbeitsbuch, 3.Auflage. München.

Betz, M./Brand, S. (2017): Gesundheitsbelastungen und –risiken bei Jugendlichen. Ansätze zur Gesundheitsförderung im Rahmen der Ausbildung.

In: BWP – Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis. Heft 4/2017, S.26-29.

 

  Natalie Banek 

(M.A. Bildungswissenschaften)

E-Mail: natalie.banek@ifbe.uni-hannover.de

Mobil: 0170 42 25 130