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Die hochsensible Gesundheit unserer Kinder

Die hochsensible Gesundheit unserer Kinder
Gesundheit und Ernährung Persönliche Weiterentwicklung

 

 

Kinder beim Aufwachsen zu begleiten ist eine große Verantwortung. Zumal die wenigsten von uns darin ausgebildet sind. Immer wieder stehe ich vor Problemen, für die ich keine Lösung habe.

Wir wollen, dass es den Kindern gut geht und sie glücklich sind. Gleichzeitig haben wir die Aufgabe, so für uns zu sorgen, dass wir für unsere Kinder da sein können.

Meine Kinder sind hochsensibel

Hochsensible Kinder verarbeiten Energien, die sie aufnehmen sehr unterschiedlich. Viele tun das nachts. Meine Kinder sind jetzt 10, 15 und 19. Die Nächte waren eine große Herausforderung für uns.

Unruhige Nächte

Sie waren alle bis ins Schulalter nachts oft unruhig und haben viel geweint. Besonders schlimm war es bei meiner mittleren. Sie wachte oft schreiend auf. Sie zitterte vor Angst und war völlig von der Rolle. Wir durften sie dann nicht in den Arm nehmen, sondern mussten einen halben Meter neben ihr ausharren bis sie sich wieder beruhigt hatte. Damals wusste ich noch nichts von Hochsensibilität.

Hochsensible Kinder in meiner Praxis

Viele Kinder, die in meine Praxis kommen, sind hochsensibel. Diese Hochsensibilität zeigt sich in unterschiedlicher Art und Weise:

  • Empathie
  • Feinfühligkeit in Bezug auf die 5 Sinne und darüber hinaus
  • Hochbegabung

Immer mehr Kinder sind sich bewusst, dass sie ihre Realität erschaffen. Sie reagieren negativ auf Regeln. Sie empfinden sie als Gängelung, weil sie keinen Sinn in ihnen sehen. Unser heutiges Schulsystem entspricht ihnen immer weniger und deswegen gibt es immer mehr Probleme.

Besonders hochbegabte Hochsensible haben große Probleme mit dem Schulsystem. Andere Kinder identifizieren sie schnell als Fremdkörper und grenzen sie aus.

Sie entwickeln dann oft körperliche Symptome. Das Positive daran ist, dass wir Eltern das nutzen können, um ihnen öfter einmal eine Auszeit zu gönnen. Ich bin da sehr pragmatisch und rate schon mal, sich ein Attest vom Arzt zu besorgen, damit die Schule beruhigt ist.

Wenn das System nicht passt und Alternativen fehlen ist das die einzige Möglichkeit, einer späteren totalen Schulverweigerung vorzubeugen.

Gesundheit: Für Hochsensible ist Balance wichtig

Wir Hochsensible sind wie Seismographen, die jede noch so kleine Bewegung registrieren. Wir brauchen immer wieder Zeit, um uns von Erschütterungen zu erholen. Das gilt auch für unsere Kinder: Wir wandern mit ihnen auf einem Grat zwischen Nicht in Watte packen und gleichzeitig nicht überfordern.

Meine Große hat in der Grundschule so viel von ihren Klassenkameraden mitgenommen, dass sie total fertig war. Als stilles Kind wurde sie gerne als Puffer neben laute Mitschüler gesetzt. Ich habe mit ihr das Bild eines schützenden Energieumhangs entwickelt und sie die ganze Grundschulzeit über damit in die Schule geschickt.

Sie durfte immer entscheiden, wann es zu viel für sie wurde und das wurde von uns akzeptiert und unterstützt

Vielleicht deshalb hat sie sich selbst gut einschätzen gelernt: Sie hat sich ihre weiterführende Schule selbst ausgesucht. Ich wollte sie in die Stadtteilschule – so wird in Hamburg die Zusammenführung von Haupt- und Realschule genannt – schicken. Wir haben uns die Schule angeschaut und für sie war klar, sie passte nicht zu ihr. Ich bin mit ihr daraufhin zum nächstgelegenen Gymnasium gegangen. Da meinte sie: Mama, hier gehöre ich her. Meinem Mutterherz ging es gar nicht gut damit, da ich sie nicht überfordern wollte.

Wir haben beschlossen, dass sie es ausprobieren musste. Und es war die richtige Entscheidung. Letztes Jahr hat sie ein gutes Abitur gemacht.

Für meine mittlere Tochter ist die Stadtteilschule genau das Richtige. Sie ist jetzt in der 10. Klasse und fühlt sich immer noch wohl dort.

Gesundheit: Nahrungsmittel

Meine drei Kinder sind, was das Essen angeht sehr eigenwillig. In Hamburg sagt man dazu „krüsch“. Ich schiebe das auf die Gene meines Mannes, der auch heute noch speziell in Punkto Essen ist.

Meine mittlere Tochter war als Baby ein „Brei-Totalverweigerer“

Ich habe ein halbes Jahr versucht, etwas anderes als Muttermilch in sie hineinzubekommen. Ich glaubte, es müsste nur das „Richtige“ sein. Bis meiner Schwiegermutter einfiel, dass mein Mann genauso war.

Heute würde ich das deutlich lockerer sehen und uns beide nicht mehr so lange quälen. Als sie 1,5 Jahre alt war stillte ich immer noch fast voll. Ich musste nachts wieder zweimal aufstehen, damit das Kind genug Energie bekam. Sie nahm nur mal eine Nudel, ein bisschen Brot oder etwas Banane zu sich. Ich war am Ende meiner Kraft.

Mein Mann und ich haben deswegen eine Zwangsumstellung auf Flaschennahrung verabredet. Ich wollte dazu ein paar Tage wegfahren. Kurz davor hat dieses Kind sich plötzlich selbst abgestillt. Ich bin fest davon überzeugt, dass sie unsere Entschlossenheit gespürt hat.

Unser Körper spricht mit uns

Viele hochsensible Kinder haben ganz klare Präferenzen und lehnen viele Lebensmittel ab. Das ist kein Zufall. Die Kinder hören auf ihren Körper und wir sollten sie dabei unterstützen. Und zwar in dem Maß, indem es für uns Eltern erträglich ist.

Mittlerweile glaube ich, dass der Verdauungstrakt meiner mittleren Tochter mit 6 Monaten Schwierigkeiten hatte Brei zu verarbeiten. Sie brauchte einfach mehr Zeit.

Bei uns Erwachsenen sind bestimmt auch latente Unverträglichkeiten der Grund, wenn wir Lebensmittel ablehnen. Sehr viele Leute mögen z.B. keine Tomaten. Bei Tomaten kommen Unverträglichkeiten besonders häufig vor.

Wir sollten unserem Körper zutrauen, Inkompatibilitäten zu erkennen. Genauso wie er uns auf Mängel aufmerksam macht. Eine Zeitlang hatte ich Heißhunger auf Kichererbsen. Da brauchte ich wohl mehr Eiweiß. Ich versuche bei Heißhungerattacken meinem Körper erst gesunde Nahrungsmittel anzubieten. Wenn ich dann doch bei Schokolade lande, ist das okay.

Unsere Essensliste

Wegen der speziellen Esser in meiner Familie habe ich eine Excel-Liste erstellt, auf der steht, wer was mag. So kann ich mich inspirieren lassen wenn es ans Kochen geht. Ich nehme wenig Rücksicht auf die einzelnen Empfindlichkeiten. Das ist mir zu stressig. Wenn ich gut drauf bin, gibt es auch mal eine Extrawurst. Als Alternativen sind immer Brot, Müsli und Obst da.

Kinder-Gesundheit

Hochsensible Kinder können eine Fülle von Symptomen produzieren und wir stehen daneben und staunen. Da hilft kein Schulbladendenken. Kreativität ist gefragt, wenn wir unsere Kinder wirksam unterstützen wollen. Ich bemühe mich für mein Kind und für mich eine Wohlfühlsituation herzustellen und offen zu kommunizieren.

Mit der Zeit haben wir uns ein Unterstützungssystem aus Ärzten, Heilpraktikern und Therapeuten zusammengesucht.

Beispiel Kinderzahnarzt

Wir brauchten alle Ressourcen des Kinderzahnarztes und viel mehr Geduld als ich hatte, um meinem 10-jährigen Sohn seine Angst zu nehmen.

Den Kieferorthopäden verweigert er bisher total. Ich habe noch keine Ahnung wie wir die notwenige Behandlung hinbekommen.

Ich bin ein großer Fan von Osteopathie

Faszinierend finde ich, wie dasselbe Kind diese Unterstützung nutzt. Er merkt genau, wann wieder Zeit für eine Behandlung ist. Dann bittet er mich, einen Termin zu machen und geht alleine hin.

Wir können nicht immer alles „richtig“ machen

Es gilt immer abzuwägen: Was braucht das Kind unbedingt und wie können wir es zur Mitarbeit bewegen? Es ist immer eine Entscheidung im Einzelfall. Lasst Außenstehende ruhig den Kopf darüber schütteln. Vertraut Euch, Ihr tut das Richtige!

Unterstützung und Austausch

Ich war letzten November auf Sabine Sothmanns Impulstag für hochsensible Kinder. Spannend an den vielen Gesprächen war, wie kreativ wir Betroffenen mit den Besonderheiten von unseren Kindern umgehen.

Beispiel

Ein 16-jähriger, der keine Schnürsenkel binden mag. Da wo es keine Schuhe zum Hereinschlüpfen gibt, arbeitet seine Mutter mit einem Schuhlöffel und gebundenen Schuhen. So einfach wie genial.

Ihr ahnt es: Das Schuhproblem habe ich mit meinem Sohn auch. Ich habe viel zu viel Energie damit vergeudet, ihn zum Schuhe binden zu bewegen.

Was mir hilft

Wenn mich meine Hilflosigkeit in Bezug auf meine hochsensiblen Sprösslinge zu übermannen droht, hilft es mir auf mein Bauchgefühl zu hören. Das sagt mir: Alles wird gut. Auch ohne, dass ich weiß wie das gehen soll. Das nimmt mir den Druck.

Wir Hochsensiblen haben einen großen Vorteil: Wir wissen, dass wir uns auf unsere hochsensiblen Fähigkeiten verlassen können.

Ich freue mich auf ein unverbindliches Kennenlern-Gespräch mit Euch. Hier findet Ihr meine Webseite.

Mehr Blogartikel von mir  könnt Ihr hier lesen.

Bilder: Privat

© Inge Schumacher