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Hochsensibel – Zu viel, zu wenig?

Hochsensibel –  Zu viel, zu wenig?
Persönliche Weiterentwicklung

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Zu viel, zu viel!

Es gibt inzwischen viele Tests, Informationen und Hinweise zum Thema Hochsensibilität. Es gibt inzwischen vielerlei Diskussionen, z.B. wie die Übersetzung  aus dem Englischen korrekt heißen sollte: Hochsensibel oder eher Hochsensitiv? Auch das kann einmal arg viel werden, dennoch ist es von großem Wert, so viele unterschiedlich geartete Zugänge zum Thema zu bekommen und somit viele unterschiedliche Persönlichkeiten (die Hochsensibilität ist ja nur ein Teil unserer Persönlichkeit, sie macht so viel mehr aus) auch gut anzusprechen. Gebündelt  bei nova-Lebenraum Sensibilität ist es ein großes Glück, dass ich und du beim Stöbern auch für mich und auch für dich etwas finden.

Es gibt verschiedene Angebote und Hilfestellungen und immer wieder stolpere ich über die Haltung des Zuviels, des „Ichkannnichtmehr“ , des „IchbininderDefensive“. Ist es denn so, weil ich nicht zur Masse gehöre, dass ich automatisch erst einmal in einer „Opferrolle“ bin? Ist es nicht so, dass ich mit meiner intensiven Empfindungsgabe einen großen Schatz beherberge, den ich nutzen kann?

Ja, so sehen es inzwischen auch viele Betroffene. Das Wort Betroffene ist ein schon in sich ungemütlicher Ausdruck. Ich bin der Glückliche,  der mehr, der intensiver empfinden kann! Auch das klingt wieder nicht so günstig, denn es gibt ja auch die Schattenseite dieser Gabe.

Ja, es ist ein zu viel und ein zu wenig! Denn ich bin zu wenig dazu in der Lage, mich abzugrenzen, mich zu schützen, denn meine Schutzfilter sind kaum/wenig oder gar nicht ausgebildet.

Zu wenig wovon?

Also ist Hochsensibel/Hochsensitiv nicht nur ein Zuviel, sondern auch ein Zuwenig! Es ist eine Frage der Perspektive! Doch was kann ich nun aktiv tun, um auch das  ‚Zu wenig‘  besser zu integrieren?

Ich spüre, ich fühle intensiver, ungeschützter, ohne Filter, jeder Hochsensible hat seine besonderen Stärken ausgebildet. Es findet nicht ausschließlich über die Außenreize, unserer Sinnesorgane statt, es findet in unseren Hirnstrukturen statt, dort sind die Wege aus dem Neocortex, der die Reize aus den Weiterleitungen der Sinnesorgane empfängt, hin zu dem limbischen System, dem Thalamus, dem Kleinhirn und so weiter fort, eben etwas  anders als bei der Normsensibilität. Jetzt könnte ich philosophieren, warum könnte es so sein, dass 15-20 Prozent einer Bevölkerung mit besonders intensiver Reizaufnahme ausgestattet ist … Das führt hier an dieser Stelle zu weit. Ein anderes Thema an anderer Stelle.

Durch diese Andersartigkeit gerät unser Sympathikus auch viel schneller in Erregung und die Stress-Achse, die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrindenachse ist viel häufiger in Aktion, so stehen Hochsensible viel häufiger unter Cortisoleinfluss und das hat auch Folgen für den gesamten Organismus. Der Parasympathikus ist nicht mehr als Ausgleich im Gegengewicht angesprochen. Auch das ist es wert, als Extrathema beachtet zu werden.

Also heißt es nun, wir fühlen intensiv, wir nehmen intensiv auf, wir stehen intensiv unter Stress, alles ein ZUVIEL! Was ist denn nun ZUWENIG?

Zu wenig ist die Schutzfunktion des eigenen Ichs, die Grenzsetzung als gesunde Abwehr für das Gehirn, um genau diesen Dauerstress zu mindern.  Ein normsensitiver Mensch hat genau diese Schutzfunktion oftmals unproblematisch aktiviert, er wahrt seine Interessen des Körpers, des Gehirns, des Ichs im besten Falle.

Was kann ich nun tun?

Als Hochsensitiver kann ich mich nun passiv der Tatsache ergeben, dass es so ist und sagen: “Ja, genau, deshalb geht es mir oftmals so schlecht. Von wegen eine Gabe, ein Geschenk – es ist eine Last!“

Oder ich gehe als Hochsensitiver aktiv damit um und wechsele einmal meine Sichtweise. Ich freue mich über dieses Geschenk und arbeite aktiv an meinem Schutz! Wie das?

Meine Sinnesorgane kann ich ganz einfach rein äußerlich schützen. Genauso, wie ich meine Haut mittels Kleidung vor der Witterung schütze, kann ich meine  Augen mittels Brille/Sonnenbrille schützen, meine Ohren mittels Ohrenschutz, wie angefertigte Ohrenstöpsel aus Silikon, abgestimmt auf dunkle Töne, helle Töne, Bass. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten. Ich mag zum Beispiel kein Brillengestell oder sonstige Dinge an oder auf meinen Sinnesorganen, also trage ich abgedunkelte Linsen, die ich vertrage, andere können keine Linsen tragen. Für die Ohren gibt es leichte, Silikonstöpsel, dem Ohr angepasst, kaum spürbar …  Für den Geruchssinn ist es praktisch, Öle oder Cremes direkt unter die Nase zu geben (in entsprechender Mikrodosis), die angenehm sind und von unangenehmen Gerüchen ablenken. Ich kann Strümpfe und Unterwäsche ohne Naht tragen, keine zu engen Teile und so weiter fort.

Ins Eingemachte!

Doch wie aktivere ich meinen inneren Schutz, wie schaffe ich es, Worte, Ereignisse, unangenehme Menschenmengen usw. nicht  an mich heranzulassen? Das ist schon weitaus komplexer und braucht bei jedem Einzelnen seine persönliche Zeit! Wir sind alle Individuen, so hat jeder Mensch auch individuelle Abläufe und es gibt nicht das eine Rezept. Bei hochsensiblen/hochsensitiven Menschen ist gerade das emotionale System im Hirn ausgeprägter und die Nervenzellen feuern entsprechend dort mehr.

Wichtig ist vor allem, zu akzeptieren dass es ist, wie es ist. Sich bewusst werden, dass eine hohe Sensitivität vorliegt, aufgrund dessen so manches im Leben so gelaufen ist, so angekommen ist, wie ich es jetzt reflektieren kann.  Sich dessen bewusst zu werden und es zu akzeptieren, es so anzunehmen und sich damit auszusöhnen, indem ich es jetzt aus der Distanz betrachte und aus der „Hier und Jetzt“-Perspektive! Wenn mir das gelungen ist, dann und auch schon während des Prozesses ist es gut, seine Person, sein ‚Ich‘ so anzunehmen und sich darüber klar zu werden, dass ich so, wie ich bin, so bin ich gut, so bin ich gewollt, so bin ich willkommen im Leben, so hat das Leben mich gewollt, so habe ich meinen personalen Wert! So ist genau meine Ursprünglichkeit, ohne Einfluss im Laufe der Kindheit/Jugend von außen, gemacht!

Das ist die Schwerste der Aufgaben zum Annehmen meiner Gabe! Doch wenn ich einmal die Perspektive ändere und mich auf das Positive der Hochsensibilität/Hochsensitivität ausrichte und mich vom „Ja, aber …“ fortbewege, wird es immer leichter. Nicht –  „Ich kann mich zwar intensiv glücklich fühlen, aber auch intensiv unglücklich.“, sondern „Ich kann mich intensiv glücklich fühlen   u n d auch intensiv unglücklich.“ – beides ist möglich! Die Medaille hat zwei Seiten! Richte ich mich aber auf die positive Seite aus, geht es mir automatisch besser, ich fokussiere das angenehmere Empfinden und nicht das Missempfinden, was aber auch dazu gehört und zu akzeptieren bleibt.

Wie schaffe ich eine Perspektivänderung?

Ich kann hier keine Patentrezepte geben. Beispielsweise kannst Du beginnen, ein Notizbuch zu befüllen, zu befüllen an jedem Tag mit drei Dingen, die gut waren, die sich gut angefühlt haben und wofür du dankbar an diesem Tag bist. Du kannst versuchen, dir immer wieder Auszeiten zu nehmen, es können zwei Minuten sein. Zwei Minuten der Stille, des ruhigen Atmens (Zähle beim Einatmen bis Vier und beim Ausatmen bis Sieben). Du kannst Fokusübungen machen, Wolkenübungen und vieles mehr. Besinne dich auf deine inneren ‚Weisen‘, was sagen sie, welche Impulse schicken sie? Übe ein „Nein“ in nicht so schwierigen Situationen und trainiere für kompliziertere, notwendige  Grenzsetzungen. Es gibt zahllos viele Möglichkeiten, der erste Schritt ist „Sich-darauf-Einlassen“ und „Sich-selbst-liebgewinnen“! Wenn Du dich liebst, können es auch andere tun. Nimm‘ dein Leben in deine Hände, du hast nur dieses Eine, es schreitet voran und es ist ein wunderschön Intensives! Schätze es!

Literaturempfehlungen, Tipps, Tricks, Informationen findest du auf nova-Lebenraum.de in vielen Facetten! Hast du Fragen an mich, melde dich gerne bei  mir.

Maren Heucke
geprüfte Psychologische Beraterin und Heilpraktikerin für Psychotherapie in Hamburg

 

 

Maren Heucke

Hier geht es zu meinem Profil bei nova:
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