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Hochsensibilität: Abgrenzung zu Krankheitsbildern

Hochsensibilität: Abgrenzung zu Krankheitsbildern
Familie und Partnerschaft Gesundheit und Ernährung

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Es kommt immer wieder vor, dass Kinder aber auch Erwachsene stark unter ihrer Hochsensibilität leiden und das obwohl sie achtsam mit sich und ihrem besonderen Wesenszug umgehen und ihren Alltag gut strukturieren und angepasst haben. Dann kann es sein, dass doch noch etwas anderes dahinter steckt, denn es gibt Krankheitsbilder, die gewisse Ähnlichkeiten zur Hochsensibilität aufweisen aber eben auch gravierende Unterschiede haben. Dies zu erkennen kann von großer Bedeutung sein, denn wenn es sich tatsächlich um etwas Pathologisches handelt, kann dies meistens gut therapiert werden wodurch das Leben des Betroffenen meistens leichter wird. Viele hochsensible Menschen denken, dass es normal sei, wenn sie in ihrem Alltag immer wieder leiden, denn sie sehen es als ein Teil ihrer Hochsensibilität. Sie kennen es oft nicht anders und leider sind Themen wie nicht integrierte frühkindliche Reflexe, sensorischen Integrationsstörungen oder Trauma in Verbindung mit Hochsensibilität nur wenig bekannt. Die Unterscheidung ist oft schwierig, denn manchmal sind die Grenzen auch fließend. Die genaue Diagnose ist meistens nur von einem Fachmann/ einer Fachfrau möglich. Dieser sollte auch mit dem Thema HS vertraut sein, denn nur dann kann er dies auch in seine Überlegungen mit einbeziehen.

Auf der anderen Seite gibt es auch hochsensible Kinder, die eine falsche Diagnose bekommen, da gewisse Auffälligkeiten Ähnlichkeiten zu bestimmten Krankheitsbildern aufweisen. Da Hochsensibilität jedoch immer noch nicht allen Ärzten und Therapeuten bekannt ist, kann dies auch nicht in die Überlegungen mit einbezogen werden und das Kind wird fälschlicherweise pathologisiert.

Hochsensible Kinder fallen vor allem dann auf, wenn sie überfordert oder überreizt sind und sich in einem Umfeld aufhalten, in dem sie sich unwohl und unsicher fühlen.

Dies ist häufig im Kindergarten oder in der Schule der Fall. Wenn die Menschen, die mit dem Kind zu tun haben, sich mit Hochsensibilität nicht auskennen, ziehen sie manchmal falsche Schlüsse und verwechseln dies mit ADHS/ADS oder aber auch Autismus etc. Wird hier die Hochsensibilität nicht erkannt, so rutscht das Kind nicht selten in eine Spirale aus Arztbesuchen und Therapien, wobei es doch “nur hochsensibel” ist und lernen müsste achtsam damit umzugehen.

Deswegen ist es auch hier so extrem wichtig, dass man differenzieren kann und einen Spezialisten aufsucht, der sich mit beiden Phänomenen auskennt.

 

Im Folgende möchte ich Dir einen kleinen Überblick über die verschiedenen Krankheitsbilder geben, damit Du dies in deine Beobachtungen und Überlegungen mit einbeziehen kannst. Um den Rahmen hier aber nicht zu sprengen, werde ich mich relativ kurz fassen.

Mehr zu diesem Thema erfährst Du in meinem Buch:

https://dieloewenfamilie.de/hochsensibel-und-loewenstark/

Oder auf meinem Blog:

https://dieloewenfamilie.de/category/hochsensibel-oder-stoerung/

 

ADHS/ADS

ADHS und ADS sind Themen, die sehr polarisieren und die extrem kontrovers diskutiert werden. Ich möchte hier keine Grundsatzdiskussion beginnen. Vielmehr möchte ich die Fakten darlegen, denn es kann von großer Bedeutung sein, mögliche Unterschiede zu erkennen.

Der wohl wichtigste Unterschied ist, dass Hochsensibilität ein Wesenszug ist, ADHS und ADS hingegen sind anerkannte Krankheitsbilder, die im ICD 10 (weltweit anerkanntes Klassifikationssystem für medizinische Diagnosen) zu finden sind und die somit auch diagnostiziert werden können.

Sowohl Kinder mit einer ADHS/ADS-Diagnose als auch hochsensible Kinder haben einen schwachen Reizfilter, d.h. sie nehmen äußere als auch innere Reize intensiver wahr. Der Unterschied dabei ist jedoch, dass hochsensible Kinder die Reize eher kanalisieren und einordnen können, was ADHS-Kindern nur sehr schwer möglich ist.

ADHS-Kinder sind motorisch unruhig, sind innerlich angespannt und können sich schwer konzentrieren. Auch wenn sie in einer reizarmen Umgebung sind, ändert sich dies kaum.

Hochsensible Kinder können in bestimmten Situationen Konzentrationsprobleme haben, wenn sie jedoch in einer reizarmen Umgebung sind, ändert sich dies meist drastisch. Auch kommen sie bei Reizminderung eher zur Ruhe.

Was die Automatisierung von Lernprozessen angeht so haben Kinder mit einer ADHS-Diagnose eher Probleme, Gelerntes selbständig umzusetzen, was hochsensiblen Kindern deutlich leichter fällt.

Nach einer Ablenkung fällt es Kindern mit einer ADHS-Diagnose wesentlich schwerer als hochsensiblen Kindern zu ihrer ursprünglichen Aufgabe zurück zu kehren.

Hochsensible Kinder wirken manchmal etwas abwesend, dies liegt daran, dass sie sich intensiv Gedanken über ein bestimmtes Thema machen.

Kinder mit einer ADHS-Diagnose wirken oft sprunghaft und können nur schwer bei einer Sache bleiben, da sie schnell Gefallen an Neuem finden und immer auf der Suche nach neuen Reizen sind, da sie viel Abwechslung brauchen.

 

Kinder mit ADHSHochsensible Kinder
  • schwacher Reizfilter mit hoher Ablenkbarkeit
  • schwache Selbststeuerung
  • niedrige Konzentrationsfähigkeit durch große motorischer Unruhe und innerer Anspannung (Dauerzustand auch bei Reizminderung)
  • Lernprozesse können nur schlecht automatisiert werden
  • Bei Ablenkung Schwierigkeiten, zur Aufgabe zurück zu kommen.
  • verzetteln sich beim Aufräumen
  • handeln impulsiv, können Konsequenzen nur schlecht einschätzen
  • haben Probleme, Prioritäten zu setzen und einzuhalten
  • oft sprunghaft im Verhalten und leicht ablenkbar
  • spielen oft Klassenclown
  • schlechtes Durchhaltevermögen, meiden Aufgaben mit viel Durchhaltevermögen
  • oft Schlafprobleme, kommen schlecht zur Ruhe
  • oft innere Anspannungen und Stimmungsschwankungen
  • soziale Kompetenzen oft eingeschränkt
  • hohe Risikobereitschaft, suchen Abwechslung und Nervenkitzel
  • oft laut und aufgedreht
  • schwacher Reizfilter, aber Reizüberflutung kann kanalisiert werde.
  • können sich selbst steuern
  • in ruhiger Umgebung lange Konzentrationsfähigkeit
  • Lernprozesse können automatisiert werden
  • Bei Ablenkung können sie zur Aufgaben zurück kommen.
  • können strukturiert aufräumen, mögen Ordnung
  • Denken vor Handeln gründlich nach, kann Konsequenzen abschätzen
  • Können Prioritäten setzen und Ablenkungen aushalten/widerstehen
  • wirken oft abwesend, da sie sehr in Gedanken versunken sind
  • stehen nicht gern im Mittelpunkt
  • vor allem bei Aufgaben, die sie interessieren, haben sie sehr viel Ausdauer
  • hoher Schlafbedarf (Erschöpfung durch Reizverarbeitung)
  • wenn Umfeld passt eher ausgeglichen
  • sehr empathisch, bleiben aber gerne für sich
  • eher bedacht, gehen kein großes Risiko ein und vermeiden unbekannte Situationen ( bis auf die Ausnahme der High Sensation Seekers)
  • eher zurückhaltend (der Großteil der HSK ist introvertiert)

 

Ich möchte hier auch noch betonen, dass ADHS und ADS nur von geschulten Spezialisten diagnostiziert werden kann und das Diagnoseverfahren ist aufwendig und langwierig. Nur weil Lehrer oder Kinderärzte eine solche Vermutung aussprechen, muss das noch lange nichts bedeuten. Ich möchte Dich dafür sensibilisieren, dass hinter “abweichendem Verhalten” nicht zwangsläufig eine Krankheit stecken muss. Es lohnt sich bei einem Verdacht genau hinzuuschauen, kritisch zu hinterfragen und auch Hochsensibilität in die Überlegungen miteinzubeziehen. Denn wie Du siehst, sind gewisse Parallelen aber eben auch deutliche Unterschiede vorhanden.

 

Frühkindliche Reflexe

Das ist ein wirklich sehr wichtiges Thema, das nur leider noch recht unbekannt ist. Viele Schwierigkeiten, psychische als auch physische können hier ihre Ursache haben. Damit Du dies verstehen kannst, werde ich Dir die wichtigsten Punkte zusammenfassen.

Was sind frühkindliche Reflexe?

Der Mensch wird schon während der Schwangerschaft mit einigen Reflexen ausgestattet, die für das Ankommen auf der Welt lebensnotwendig sind. So hilft beispielsweise der ATNR (Fechterreflex) dem Baby dabei, sich durch den Geburtskanal zu bewegen. Danach ist er jedoch nicht mehr notwendig und wird gehemmt. So hat das Baby noch einige andere Reflexe, die in bestimmten Situationen und Lebensabschnitten wichtig sind, die aber integriert werden müssen, sobald sie unnötig geworden sind. Passiert dies nicht, kann das große Auswirkungen auf die psychische sowie die physische Entwicklung des Kindes haben.

Was hat das nun mit Hochsensibilität zu tun?

Hierbei geht es vor allem um den Moro-Reflex, ein Schutzreflex, der, wenn er nicht gehemmt wird, ganz ähnliche Auswirkungen haben kann, wie die Hochsensibilität allerdings auch mit unangenehmen Nebenerscheinungen, wie extremer Ängstlichkeit, bis hin zu Angststörung und Depression, Schreckhaftigkeit, einer starken Reizwahrnehmung und vielem mehr.

Der Moro-Reflex:

Er bildet sich zwischen der 9. und 12. Schwangerschaftswoche und soll das Kind vor potentiellen Gefahren schützen. Für unsere Vorfahren war er überlebensnotwendig. Bei Gefahr (das kann schon ein lautes Geräusch, grelles Licht oder Erschütterung sein) zuckt das Baby mit den Ärmchen nach hinten, holt tief Luft, reißt die Augen auf, krümmt sich dann nach vorne und schließt die Arme wieder um dann loszuschreien. Bei den Affen klammerte sich das Baby so an die Mutter um schnell flüchten zu können.

Dies ist ein Mechanismus, der auf Kampf oder Flucht vorbereitet und der einige Reaktionen im Körper auslöst, wie Anstieg des Blutdrucks, Puls und Atmung sowie Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Cortisol was die Sensibilität der Sinneswahrnehmung steigert.

Wenn der Moro-Reflex bestehen bleibt:

Es gibt zusammenhänge zwischen den frühkindlichen Reflexen und der Entwicklung des zentralen Nervensystems. Dabei geht man davon aus, dass die bleibende Reflexe bestimmte Reaktionen auslösen, die sich trotz bestehender Intelligenz nicht willentlich unterdrücken lassen.

Dies hat sowohl Auswirkungen auf die motorische wie sensorische Entwicklung als auch auf die emotionale Befindlichkeit.

Bei einem bestehendem Moro Reflex ist der Körper nun quasi ständig in Alarmbereitschaft und schüttet dabei Stresshormone aus was widerum Einfluss auf die Sensibilität der Sinne sowie das Reaktionsvermögen hat.

Mögliche Folgen:

  • Reizüberflutung: die Welt wird als zu laut, zu hell, zu aggressiv empfunden
  • Ideenreichtum: phantasievoll und kreativ
  • Durch ständige Überreizung: Neigung zu Überreaktionen
  • Neue Situationen machen Angst
  • Ständig in Habachtstellung, dadurch schnelles Ermüden und Aggressivität
  • Erhöhte Ablenkbarkeit weil alles um sie herum ungefiltert wahrgenommen wird
  • plötzlicher Heißhunger da der Glucosespiegel nicht konstant gehalten werden kann.
  • können mit Misserfolgen nicht gut umgehen
  • sind schreckhaft und ängstlich vom Gemüt
  • Schlafprobleme: kommen schlecht zur Ruhe
  • können schlecht mit Kritik umgehen
  • können Unordnung nicht leiden: brauchen Kontrolle ihrer Umgebung
  • Entscheidungen fallen schwer
  • Schwierigkeit mit sozialen Kontakten
  • neigt eher zu emotionalen Rückzug
  • viele Selbstzweifel
  • aber auch aggressiver Typ (ständige Überreizung)
  • Selbstüberschätzung und hohe Risikobereitschaft
  • Gleichgewichtsprobleme
  • Immunschwäche und Allergien

Diese Kinder leben quasi in ständiger Alarmbereitschaft und die unberechenbare Welt macht ihnen Angst, sie versuchen durch Aggression oder auch ängstlichen Rückzug ihre Umwelt zu manipulieren oder zu kontrollieren.

Durch die erhöhte Sensibilität, die durch die ständige Aktivierung des sympathischen Nervensystems entsteht, können sie sehr einfühlsam und phantasievoll sein. Auf ungewohnte Situationen oder Sinneseindrücke reagieren sie übertrieben und unangemessen.

Abgrenzung zur Hochsensibilität:

Unterschiede zu einem nicht integriertem Moro-Reflex:

  • Das ängstliche bzw. aggressive Wesen steht oft sehr im Vordergrund
  • Angststörungen bzw. Depressionen sind keine Seltenheit
  • Automatisierung von Gelerntem findet nur schwer statt und Informationen können schlecht gemerkt werden
  • Schwierigkeiten Fakten und Ereignisse in Reihenfolge zu bringen
  • hat Schwierigkeiten mit Raum und Zeit, auch Uhrzeit
  • oft schlechtes Schriftbild
  • Körperkoordination ist nicht gut
  • Teilleistungsschwäche beim Lesen, Schreiben, Rechnen
  • schlechte Aussprache, monotones Sprechen, Sprachprobleme
  • sehr langsame Arbeitsweise

Warum werden Reflexe manchmal nicht richtig integriert:

Mögliche Ursachen können sein:

  • Schwierigkeiten in der Schwangerschaft
  • Probleme bei der Geburt
  • Kasierschnitt
  • Frühgeburt/ Brutkasten
  • Krankheiten (mit Bewegungsmangel)

Durch bestimmte Bewegungsabläufe werden die Reflexe normalerweise von allein integriert. Werden diese jedoch nicht genug oder falsch ausgeübt, kann dies zu Problemen führen.

Diagnostik und Therapie:

Bei einem Verdacht sollte unbedingt ein Spezialist aufgesucht werden, der sich im Idealfall mit beiden Themen auskennt. Ärzte sind in diesem Bereich nicht zwangsläufig geschult, jedoch können hierbei Fachleute wie RIT- oder INPP-Therapeuten, Neurophysiologen oder auch Ergotherapeuten weiter helfen.

Nach einer ausführlichen Anamnese wird das Kind in verschiedenen Bereichen getestet und bekommt einen individuellen Übungsplan. Die Bewegungen, die zur Integration dienen werden quasi nachgeholt. Die Eltern müssen die Übungen mit dem Kind auch zuhause durchführen, damit ein wirklicher Erfolg erzielt werden kann. Eine Behandlung kann 1-1,5 Jahre dauern, erste Ergebnisse kann man aber meistens schon früher beobachten.

 

Autismus

Immer wieder kommt es vor, dass bei hochsensiblen Kindern der Verdacht aufkommt, sie könnten evtl. auch autistische Züge bzw. ein Störungsbild aus dem Autismus-Spektrum aufweisen. . Die Grenzen sind hier oft fließend und die Abgrenzung nicht immer einfach.

Es gibt hier Überschneidungen aber auch Unterschiede, die ich im Folgenden zusammenfasse.

Der wichtigste Unterschied ist hier auch, dass Hochsensibilität ein Wesenszug ist, Autismus jedoch ein anerkanntes Störungsbild, das im ICD 10 aufgeführt ist.

 

Was ist Autismus eigentlich?

Autismus ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, die als Autismus-Spektrum-Störung diagnostiziert wird. Es zeigt sich vor allem in diesen drei Bereichen:

  1. Probleme im sozialen Umgang (z.B. beim Aufbau von zwischenmenschlichen Beziehungen)
  2. Auffälligkeiten bei der Kommunikation (sprachliche und nichtsprachliche Verständigung)
  3. Eingeschränktes Interesse mit stereotypen, sich wiederholenden Verhaltensweisen

Dabei werden 3 Typen unterschieden.

  • infantile Autismus (Kanner Syndrom)
  • Rett Syndrom (degenerative Erkrankung mit Autismus)
  • Asperger Autismus

Die ersten beiden sind schwerwiegende Erkrankungen, die ein normales Leben kaum möglich machen.

Deswegen beziehe ich mich hier hauptsächlich auf den Asperger Autismus, der sich aber auch in verschiedenen Ausprägungen zeigen kann.

Er zeichnet sich durch gestörter Beziehungsfähigkeit, Spezialinteressen und stereotype Aktivitäten aus. Sprachfähigkeit und Intelligenz sind im Gegensatz zu den anderen Formen erhalten bzw. besonders stark ausgebildet.

Symptome

  • altersgemäße Beziehungen können kaum aufgebaut werden
  • Schwierigkeiten beim Deuten von Emotionen Anderer
  • stereotype Verhaltensmuster (Schnipsen, Händedrehen)
  • spontanes Interesse oder Erfahrungen können oft nicht mit anderen geteilt werden
  • soziale Beeinträchtigung mit extremer Egozentrik (zumindest scheint dies so, da sie ihr Innenleben oft nicht nach außen zeigen können. Sie wissen schlicht nicht, wie sie das tun können)
  • formale, pedante Sprache
  • großer Wortschatz
  • begrenzte Gestik
  • nonverbale Kommunikationsprobleme
  • unbeholfene Körpersprache
  • begrenzte Mimik
  • unangemessener Gesichtsausdruck
  • Intelligenz oft überdurchschnittlich
  • fühlen sich oft falsch auf dem Planeten
  • motorische Unbeholfenheit
  • schließen bei Tests zur neurologischen Entwicklung oft schlecht ab
  • betrifft Jungen häufiger, viermal mehr. Zumindest ist das bei den diagnostizierten Fällen so. Man geht von einer höheren Dunkelziffer bei Mädchen aus, da sich diese eher anpassen können und daher weniger auffallen.

Gemeinsamkeiten:

  • Beide haben einen genetischen Hintergrund. Sowohl Autismus als auch HS ist vererbbar.
  • Auffälligkeiten im Sozialverhalten, soziale Kontakte fallen schwer: Autisten zeigen nach außen wenig Interesse an zwischenmenschliches Beziehungen und wissen auch meistens nicht von allein, wie sie einen Kontakt herstellen sollten. Der innere Wunsch ist jedoch oft vorhanden. Vor allem introvertierte hochsensible Kinder tun sich schwer damit, auf andere zuzugehen, sind auch schnell überfordert bzw. überreizt und bleiben deswegen gerne für sich allein.
  • keine altersgemäßen Gesprächsabläufe: bei Asperger Autisten zeigt sich oft eine hochgestochene und pedantische Sprache. Vor allem bei zusätzlicher Hochbegabung sind sie aber auch inhaltlich voraus. HS Kinder sind ihren Altersgenossen eher beim Inhalt voraus.
  • kreisende Gedanken: Wobei Autisten eher grübeln und HS Kinder von einem ins nächste kommen.
  • da beide nach außen oft sonderlich wirken, kann es bei beiden zu Schwierigkeiten mit Kontakten zu Gleichaltrigen oder auch zu Ausgrenzung kommen.
  • beide können sich beim Spielen völlig in ihre Welt vertiefen und vergessen dabei alles um sich herum.
  • In Situationen mit vielen Menschen fühlen sie sich unwohl oder meiden diese lieber komplett.
  • bildhaftes Denken
  • Blick fürs Detail
  • Überempfindlichkeit bei der taktilen Wahrnehmung
  • brauchen beide Rituale, neue Situationen fallen schwer/machen Angst
  • beide mögen keine oberflächlichen Gespräche
  • Entscheidungen treffen fällt schwer
  • starke sensorische Abneigung bei: Berührungen, bestimmten Speisen (Konsistenzen), Gerüchen, Geräuschen
  • fühlen sich oft falsch
  • oft mit Hochbegabung verbunden
  • beide nehmen sehr viele Reize aus ihrer Umwelt wahr und sind dadurch auch oft schnell abgelenkt bzw. überreizt.

Unterschiede:

  • Hochsensibilität ist ein Wesenszug und keine Krankheit. Autismus ist ein offiziell feststellbares Krankheitsbild.
  • Asperger Autisten fällt es schwer, die Gefühle so wie die Körpersprache ihres Gegenübers zu deuten. Zwischen den Zeilen zu lesen, ist ein großes Problem für sie. HS Kinder sind oft hochempathisch oder zumindest normal empathisch.
  • Ironie, bildhafte Sprache oder Metaphern verstehen Autisten nicht. Nonverbale Kommunikation ist ihnen kaum möglich. Das Erkennen von ungeschriebenen Regeln und Abläufen fällt ihnen schwer. HS Kinder haben hiermit keine Probleme.
  • Autisten haben oft Tics und zeigen stereotype Handlungen (Schnippen, Händedrehen etc.). Bei HS Kinder können Tics auch manchmal auftreten, sind dann aber oft Reaktionen auf unterdrückte Gefühle oder Dinge, die sie belasten und verschwinden meistens wieder, wenn diese gelöst wurden.
  • Autisten sind oft motorisch ungeschickt. HS Kinder sind motorisch meistens normal entwickelt.
  • Autisten haben nur wenig Interesse, Vergnügen oder andere Emotionen mit anderen zu teilen. Teilweise wissen sie aber auch einfach nicht, wie das geht oder tun es auf eine andere Art und Weise. HS Kinder teilen sich gerne mit und können Freude auch zeigen.
  • Autisten haben oft selbst wenig Mimik und können wenig bis keinen Blickkontakt halten. HS Kinder zeigen ihre Gefühle nonverbal meistens sehr deutlich.
  • Autisten reden oft über ein und das selbe Thema, das sie im Moment beschäftigt und merken nicht, wenn ihr Gegenüber kein Interesse daran hat . HS Kinder haben großes Interesse an Menschen um sich herum und sind sehr feinfühlig, wenn es darum geht, etwas mitzuteilen.
  • Autisten können ihre Gefühle nur schwer nach außen zeigen, oder machen diese auf untypische Art bemerkbar. HS Kinder haben ein sehr reiches Innenleben.
  • Autisten haben kaum Schwingungsfähigkeit. D.h. sie können Gefühle von anderen nicht  deuten oder wiedergeben. HS Kinder nehmen Emotionen und Stimmungen anderer Menschen intensiv wahr und reagieren sehr fein auf diese.
  • Autisten fällt es schwer, Absichten anderer zu erkennen. HS Kinder spüren das jedoch oft schon intuitiv.
  • HS hat keinen geschlechtsspezifischen Unterschied. Jungs wie Mädchen können diesen Wesenszug gleichermaßen haben. Autismus betrifft Jungs viermal mehr. Zumindest was die offiziell diagnostizierte Zahl angeht.

 

  • Dies sind natürlich nur Anhaltspunkte und dienen nicht zur Diagnostik und ersetzen auch keinen Besuch bei einem Arzt. Bei Verdacht auf ein Störungsbild solltest Du in jedem Fall einen Fachmann aufsuchen.

 

Trauma

Ein Trauma ist die Reaktion des Nervensystems auf eine lebensbedrohliche oder sehr belastende Situation, was verschiedene Ursachen haben kann. Es kann während der Schwangerschaft oder bei der Geburt entstehen (Verlust eines Zwillings, schwere Geburt etc.) oder eben erst später wie z.B. durch seelischen oder sexuellen Missbrauch, Vernachlässigung, Verwahrlosung, Gewalterfahrungen, Todesangst, Krieg, Naturkatastrophen, Unfälle oder auch den Verlust eines geliebten Menschen.

Bei solchen Erlebnissen stellt der Organismus evolutionsbedingt auf Überlebensmodus um, und reagiert mit verschiedenen Reflexen:

  • Todstellreflex
  • Ausschüttung von enorm viel Stresshormonen
  • Kampf oder Flucht
  • Ausblendung von Schmerz

Durch die Unterbrechung zwischen der Verbindung von verschiedenen Gehirnarealen wird die Gedächtnisverarbeitung gestört und somit auch die Erinnerung an das auslösende Phänomen. So kann sich die betroffene Person oft gar nicht mehr an solch eine lebensbedrohliche Situation erinnern, da diese, auch aus Selbstschutz, verdrängt wird.

Jedoch brennen sich diese Erlebnisse tief in das Unterbewusstsein ein und beeinflussen später die Wahrnehmung und Reaktion auf verschiedene Reize. Dadurch wiederum können irrationale Angstzustände entstehen, die durch verschiedene Trigger ausgelöst werden (Geruch, Geräusch etc.). Es wird nach einem Ausweg aus der bedrohenden Situation gesucht und dabei werden Stresshormone ausgeschüttet, was zu inneren Unruhe führt. Das heißt, dass auf verschiedene Situationen, scheinbar ohne ersichtlichen Grund, mit extremen Reaktionen reagiert wird, da diese unterbewusst als angsterregend abgespeichert wurden. Das Nervensystem ist ständig in Anspannung und Alarmbereitschaft, d.h. eben auch sehr reizoffen.

Das kann sich ähnlich wie eine Hochsensibilität zeigen, jedoch wird dies eher als belastend empfunden, da die negativen Aspekte überwiegen.

Diese Anzeichen können auf eine frühere Traumatisierung hinweisen:

  • Selbstzweifel/ Kritik an sich selbst
  • Zwänge und Ängste
  • Fahrigkeit
  • ständige nervliche Übererregung: starke innere Unruhe, Überreaktion auf bestimmte Reize, Konzentrationsschwierigkeiten, übertriebene Wachsamkeit
  • fehlende Erinnerung an die Kindheit
  • Orientierungslosigkeit
  • das Gefühl, falsch zu sein
  • Entfremdung von sich selbst
  • innere Haltlosigkeit
  • Wutausbrüche ohne erkennbaren Grund
  • immer wiederkehrende Albträume
  • diffuse Schmerzen ohne Grund
  • häufige Anspannung
  • Flashbacks
  • Vermeidungsverhalten

 

Therapiemöglichkeiten:

  • Traumaspezifische Psychotherapie
  • TFP
  • EMDR Therapie
  • Brainspotting
  • Gestalttherapie
  • Gesprächstherapie
  • Hypnose
  • Tiefenpsychologie
  • somatic Experiencing (Traumaarbeit nach Dr. Peter Levine)

etc.

Ein Trauma kann meistens gut behandelt werden, wenn es erst mal entdeckt wurde. Von daher lohnt es sich auf jeden Fall, bei Verdacht mit einem Fachmann/ einer Fachfrau darüber zu sprechen. Die meisten Menschen können ihren Alltag nach einer erfolgreichen Therapie meist sehr viel leichter erleben.

 

Sensorische Integrationsstörung

Wenn ein kleines Menschlein geboren wird, muss es sich erst mal in dieser Welt zurecht finden. Dies geschieht unter anderem durch die Aufnahme, Verarbeitung und Integration von Reizen und Sinneseindrücken, die vom eigenen Körper sowie von der Umwelt aufgenommen werden. So kann der Mensch seinen Körper sinnvoll in der Umwelt einsetzen.

Dies geschieht sowohl während der Schwangerschaft als auch nach der Geburt. Das Gehirn muss unter ständig wechselnden Bedingungen sensorische Informationen auswählen, vergleichen, und verknüpfen bzw. die Aufnahme verstärken oder vermindern.

Gibt es hier Störungen kann das Auswirkungen auf den gesamten Organismus als auch auf die Psyche haben.

Je nachdem, welcher Bereich betroffen ist, können sich die Auswirkungen auch unterschiedlich zeigen, diese können einige Gemeinsamkeiten mit einer Hochsensibilität haben. Jedoch meistens mit belastenden Begleiterscheinungen. Von daher kann es durchaus empfehlenswert sein, dies zu behandeln.

Störungsbilder:

meist ist es eine Kombination aus mehreren Störungsbildern.

  • Störung der visuellen Wahrnehmung, Hör-Sprachprobleme
  • Störungen der Verarbeitung von Sinnesreizen (auch Autismus)
  • Störungen des vestibulären Systems (Gleichgewicht)
  • Störung der propriozeptiven Wahrnehmung (Wahrnehmung von Körperbewegung und -lage im Raum und der Lage einzelner Körperteile zueinander)
  • Taktile Abwehr (Tendenz negativ und emotional auf Berührung zu reagieren, wie Rückzug, Aggression, Vermeidung oder Flucht)
  • Entwicklungsbedingte Dyspraxie (Handlungen und Bewegungen können nicht richtig ausgeführt werden)

Störungen der taktilen Wahrnehmung:

  • Abwehrverhalten und Flucht bei Annäherung
  • verbale Abwehr
  • spontane Wutausbrüche ohne erkennbaren Anlass
  • ängstliches Verhalten
  • Kuscheln wird als unangenehm empfunden
  • Überempfindlichkeit bei bestimmten Materialien (z.B. Fingerfarbe)
  • Panikatacken bei Veränderung von gewohnten Strukturen
  • Überreaktion auf akustische Reize
  • Ablehnung bestimmter Speisen (wegen Konsistenz und Geruch)

Störung der propriozeptiven Wahrnehmung:

  • Informationen über Spannung und Lageveränderung sind ungenau: schlechte Eigenwahrnehmung
  • kein differenziertes Körpergefühl
  • einzelne Körperteile können im Schema ganz fehlen.
  • das Lernen von komplexen Bewegungsabläufen ist erschwert
  • gezielte Bewegungsabläufe und Kraftdosierung sind beeinträchtigt
  • häufiges Anstoßen anderer Kinder
  • verlaufen sich oft
  • Ordnung halten fällt schwer
  • schweres Erlernen von Buchstaben
  • Begrenzungslinien beim Malen werden nicht eingehalten
  • langsames oft ineffektives Arbeiten

Störungen im vestibulären Bereich:

Bei Überempfindlichkeit vermeiden Kinder vestibuläre Anforderungen:

  • oft mit taktiler Überempfindlichkeit
  • vermeiden Schaukeln, Klettern, Balancieren, Spielplätze
  • Schwindel, Übelkeit bei Drehung
  • heftige Reaktionen bei Anstoßen
  • Neigung zu Selbstunterforderung
  • Mädchen weinen oft, Jungs sind eher Kasper (überspielen)
  • Zehenspitzengang (Tonuserhöhung), Ruderbewegungen der Arme

Bei Unterempfindlichkeit:

  • hohes Bewegungsbedürfnis, Hyperaktivität
  • suchen nach Reizen, probieren alles aus ohne Angst
  • trotzdem Probleme bei Bewegungskoordination
  • ständiges Anstoßen anderer Kinder
  • stürmisches Temperament
  • Schrift oft ausfahrend und wenig Druck
  • Kraftdosierung in Händen zu fest oder zu locker

Allgemeine Anzeichen für sensorische Integrationsstörungen:

Säuglings- und Kleinkindalter:

  • Hyper- oder Hypoaktivität
  • motorische Entwicklungsverzögerung
  • asymmetrische Körperhaltung
  • Abwehr auf Schmusen und Berührungen
  • außergewöhnlich starke Schlafstörungen
  • Saug-, Schluck-, Trink-, Essprobleme
  • Atypische Reaktionen auf ungefährliche Reize, sehr schreckhaft

Vorschul- und Schulalter:

  • motorische Entwicklungsverzögerung
  • Ungeschicklichkeit
  • Verhaltensauffälligkeiten: Aggression, Regression
  • schwache Haltung
  • nächtliches Einnässen
  • Angstzustände
  • Geringe Merkfähigkeit
  • Konzentrationsschwäche
  • Lern- und Leistungsstörungen
  • Verzögerte Sprachentwicklung

Primäre Folgen:

  • Überreaktion auf Sinnesreize: Hyperaktivität, unangepasste Verhaltensmuster, Schusseligkeit, überlaute oder sehr leise Sprache. Kind gilt als vorlaut, aggressiv, nervös, scheint ständig im Mittelpunkt stehen zu wollen, streitsüchtig und uneinsichtig (häufige Verwechslung mit ADHS)
  • Ignoranz ankommender Reize: wirkt nach außen als Desinteresse. Kind wird als unaufmerksam, verträumt, leicht ablenkbar, faul, unmotiviert eingestuft (häufige Verwechslung mit ADS)
  • Störungen der Wahrnehmungsverarbeitung behindern das Lernen von Lesen und Schreiben (Legastenie, Dyskalkulie)
  • Mangelnde Körperbeherrschung lässt Berührungen fester als notwendig ausfallen, Kind gilt als grob und unsensibel.
  • durch schlechten Tonus: Auswirkungen auf Sprachentwicklung.

Sekundäre Folgen:

  • tägliche Misserfolge und negative Rückmeldungen führen zu schlechtem Selbstwertgefühl und mangelndem Selbstbewusstsein.
  • Nachlassende Neugier, da sowieso nichts gelingt. Kind scheint sich für nichts dauerhaft zu interessieren.
  • Mangelnde Grob- und Feinmotorik, sowie geringe Merkfähigkeit erschweren die Umsetzung von Arbeitsaufträgen.
  • Da Wahrnehmungssinne nicht richtig zusammenarbeiten ist das Erlernen von Handlungsplanung erschwert.
  • Das Wissen um eigene Mängel führen zu Kompensations- und Vermeidungstechniken bis hin zu Verhaltensauffälligkeiten.
  • Seltsames Verhalten führt zu sozialem Rückzug und Ausgrenzung.
  • Kinder ziehen sich zurück, erhöhen TV- Und Computer-Konsum und verschlechtern somit sensorische Integration weiterhin.

Ursachen für Wahrnehmungsstörungen:

  • Sauerstoffmangel während und nach der Geburt: Komplikationen während der Schwangerschaft, lange, komplizierte Geburt (z.B. Nabelschnurumschlingung des Halses), Krankheiten des Kindes wie Fieberkrämpfe oder Pseudokruppanfälle in den ersten Lebensjahren.
  • Frühgeburt: Kinder kommen mit einem unvollständig ausgereiften Organismus (Gehirn, Lunge) auf die Welt. Während der Nachreifung außerhalb des Mutterleibes bekommen die Babys unnatürliche und viel zu wenig Reizangebote.
  • Infektionskrankheiten der Mutter während der Schwangerschaft: Das Gehirn des Fötus kann durch Infektionen wie z.B. Röteln geschädigt werden.
  • Alkohol-, Nikotin-, Medikamenten- oder Drogenkonsum der Mutter während der Schwangerschaft: Dies kann zu Untergewicht bei der Geburt und zu einer erhöhten Krankheitsanfälligkeit führen, was die Entwicklungsmöglichkeiten herabsetzt.

Therapie:

Die SI Therapie nach Jean Ayres wird hauptsächlich bei Kindern angewendet aber mittlerweile auch bei psychisch erkrankten Erwachsenen mit Wahrnehmungsstörungen (z.B. Schizophrenie).

Dabei geht es erst einmal darum, heraus zu finden, in welchen  Bereichen eine Störung vorliegt, dann wird genau da angesetzt und gezielt Reize gegeben, immer in einer Intensität, wie das Kind es gut aushalten kann. So hat das Gehirn die Möglichkeit, die Reize zu integrieren und so sicherer im Umgang damit zu werden. Dies geschieht spielerisch mit vielen verschiedenen Medien wir Trampolin, Rollbretter, Hängematte, Pezzibällen, Sprossenwände, Bällebad, Fingerfarbe etc.

Besonders in der Ergotherapie wird diese Therapieform durchgeführt aber auch in der Physiotherapie wird dies angewendet. Bei konsequenter Teilnahme an der Therapie sind die Chancen auf eine Verbesserung bzw. Rückgang der Symptome sehr gut.

 

Abschließend bleibt zu sagen:

Diese Informationen sollen nur eine Orientierung geben und dienen nicht zur Diagnosestellung. Mir liegt es jedoch sehr am Herzen, über diese Störungsbilder aufzuklären, damit hochsensible Menschen, die in ihrem Alltag immer wieder leiden und an ihre Grenzen stoßen, dafür sensibilisiert werden, dass möglicherweise noch etwas anderes dahinter stecken kann. Ist dies der Fall, so können bestimmte Therapien oft helfen und zu einem entspannteren und leichteren Alltag verhelfen.