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Hochsensibilität und Potentialentfaltung

Hochsensibilität und Potentialentfaltung
Berufliche Weiterentwicklung

 

Potential – nur positiv?

In beinahe allen Veröffentlichungen zum Thema Hochsensibilität wird davon gesprochen, dass hochsensible Menschen viele Gaben besitzen und über ein grosses Potential verfügen. Leider wird dabei oft übersehen, dass „Potential zu haben“ nicht nur in die positive Richtung zu verstehen ist, sondern eben auch Möglichkeiten destruktiver und negativer Art beinhaltet. Das Wort Potential stammt aus dem lateinischen „Potentiales“ und bedeutet einfach und wertfrei das Vorhandensein von Möglichkeiten.

Mir scheint wichtig, sich dessen bewusst zu sein – allzu oft wird meines Erachtens einseitig über Potential berichtet, ohne sorgfältig beide Richtungen zu beleuchten.

Möglichkeiten zu haben, was bedeutet das?

Sie bemerken Ihre Möglichkeiten an den Ideen, die Sie haben, an Ihren Wünschen oder Bedürfnissen, mitunter auch an dem Neid oder der Eifersucht auf andere. Weitere Indizien für Ihr Potential können sein: depressive Verstimmungen, Langeweile, Lebensüberdruss, häufig schlechte Laune, aber auch kreative Impulse, innovative Gedanken und auch grosses Durchhaltevermögen, wenn Ihnen eine Sache wichtig ist.

Ich meine, dass diese Ausdrucksformen sehr häufig aus unerfülltem Potential heraus resultieren, es lohnt sich also, zum eigenen Wohle und dem  anderer  den eigenen Möglichkeiten auf die Spur zu kommen.

Lösen Sie sich von Bewertungen

Der erste Schritt hin zu Ihrem Potential besteht darin, sich von Zuschreibungen und Bewertungen zu lösen. Sobald wir auf der Welt sind, werden wir bewertet, entweder als Junge oder als Mädchen. Unser Verhalten wird als gut oder schlecht eingestuft, das nennt man Sozialisation. So lernen wir, was man tut oder nicht, und ob wir in das gängige gesellschaftliche Bild passen. Daraus entwickelt sich unser Selbstbild und möglicherweise haben wir mit der Zeit feststehende Attribute entwickelt, die wir uns selbst zuschreiben. Zum Beispiel: „Ich bin schlecht in Mathe“ oder „ich kann gut dekorieren“ oder „ich bin eine gute/schlechte Mutter“ etc. Das heisst, durch die Reaktion anderer Menschen auf uns lernen wir, uns selbst zu bewerten. Sobald wir aber diese Bewertungen verinnerlicht haben, entfernen wir uns stark von unserem Potential. Denn, auch wenn ich die eine oder andere schlechte Note in Mathe eingeheimst habe, hätte ich vielleicht mehr Zeit benötigt, um die Gleichung oder die Rechenaufgabe zu verstehen. Schlechte Noten müssen also nicht unbedingt heissen, dass man schlecht in dem Fach ist, sondern nur, dass man andere Rahmenbedingungen gebraucht hätte, um gut zu sein.

Bewertungen haben immer eine Einseitigkeit zur Folge. Wenn man schlecht in Mathe ist, dann kann man nicht gleichzeitig auch gut darin sein. Bewertungen verstärken also die Polarität, das Entweder-Oder.

Die Zuschreibung „ich bin hochsensibel“ beinhaltet für viele Menschen automatisch Attribute wie zurückhaltend, mimosenhaft und empfindlich zu sein. Dabei gerät oft in Vergessenheit, dass hochsensible Menschen auch aggressiv, kraftvoll und zielstrebig sein können.

Öffnen Sie sich für Ihr ganzes Potential

Sobald Sie sich von den Bewertungen gelöst haben, ist der Weg frei für neue Möglichkeiten. Um Zugang zu diesen zu finden, muss man selbst erst einmal für möglich halten, dass man noch andere Aspekte in sich trägt als diejenigen, die man bereits kennt.

Schritt 2 heisst deshalb: machen Sie so viele unterschiedliche Erfahrungen wie möglich, lernen Sie sich in möglichst vielen verschiedenen Kontexten und Situationen kennen, wagen Sie auch Unternehmungen, welche Sie normalerweise vermeiden würden, lernen Sie, dass Sie auch Neues und auf den ersten Blick Bedrohliches überstehen können, lernen Sie Ihre Ressourcen kennen und schliesslich: erkennen Sie, dass Ihnen gar nichts passieren kann, auch wenn Sie ehrlich  sind und Ihre Meinung sagen oder manche Dinge anders tun als die meisten Menschen.

Hochsensibles Potential im Beruf

Zweifelsohne braucht die Berufs-Wirtschafts- und Finanzwelt heutzutage mehr denn je Menschen, welche keine Angst davor haben, ihre menschliche Seite zu zeigen und einzusetzen. Um das zu können, braucht es die oben beschriebenen zwei Schritte und noch einen Dritten: erarbeiten Sie sich Positionen, in denen Sie Entscheidungsbefugnisse haben. Es nützt wenig, wenn Sie eine Menge Potential in sich tragen, aber eine Arbeitsstelle haben, in der Sie nur untergeordnete Tätigkeiten verrichten (dies stellt natürlich keine Abwertung irgendeiner Arbeit dar) und in der dies Potential nicht gefragt ist.  Es mag lange dauern, es mag auch Energie, Geld und Zeit kosten, aber bleiben Sie dran. Die Erfahrung, dass Sie mit Ihrer Sensibilität, Ihrer Einfühlsamkeit und Tiefgründigkeit etwas in der Welt bewegen können, ist einzigartig und lohnt die Mühe.

Daneben können Sie aber noch vielleicht auch kraftvoll, zielstrebig, entschlossen, durchsetzungsfähig, ehrlich und ehrgeizig sein. Geben Sie anderen Menschen ein Beispiel dafür, wie es aussehen kann, hochsensibel und erfolgreich zu sein und seien Sie neugierig auf sich selbst.

Ich wünsche Ihnen alles Gute auf diesem Weg!

Ihre
Brigitte Küster

Hochsensibilität und Potentialentfaltung 1

Brigitte Küster (ehemals Schorr)

Hier geht es zum Profil:
https://nova-lebensraum.de/item/brigitte-kuester-ehemals-schorr-institut-fuer-hochsensibilitaet-ifhs/

 

 

Zum Thema „Hochsensible im Beruf“ hat Brigitte Küster (ehem. Schorr) auch ein Buch veröffentlicht:

Hochsensibilität und Potentialentfaltung 2

 

 

Weitere Informationen zum Buch finden Sie hier:
https://nova-lebensraum.de/portfolio-item/brigitte-schorr-hochsensible-im-beruf/