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…was ist das eigentlich?

Wenn es um das Thema Hochsensibilität geht, gibt viele Unsicherheiten. Die Wissenschaft hierzulande steckt noch in den Kinderschuhen und das Überangebot an sich zum Teil widersprechenden Beiträgen ist hoch. Kurz gesagt ist Hochsensibilität im weitesten Sinne als eine Begabung der Wahrnehmung zu begreifen, und sie ist facettenreich, so facettenreich wie eben die Menschen selbst es sind.

Es gibt im Wesentlichen drei Kernausprägungen, die aber bei der Mehrzahl der HSP als Mischtypen auftreten:

  • Sensorisch hochsensible Menschen besitzen eine sehr feine Sinneswahrnehmung, nehmen Sinneseindrücke besonders intensiv und detailliert wahr und verarbeiten diese komplexer und eingehender.
  • Emotional hochsensible Menschen reagieren besonders auf Feinheiten im zwischenmenschlichen Bereich und besitzen eine große Empathie. Sie sind sehr mitfühlend, hilfsbereit und oft besonders genaue Zuhörer mit einer großen zwischenmenschlichen Intuition.
  • Kognitiv hochsensiblen Menschen ist ein starkes, intuitives ‚Gefühl‘ für Logik und für ‚Wahr oder Falsch‘ eigen. Sie denken häufig in sehr komplexen und vernetzten Zusammenhängen und sind zu lateralem und multiperspektivischem (visionärem) Denken fähig.

Seit Elaine Aron (US-amerikanische Psychologin und Autorin) in den 1990er Jahren begonnen hat, dieses Phänomen zu erforschen, steht zumindest fest, dass es 15 bis 20% aller Menschen betrifft. Das sind immerhin knapp ein Viertel und damit eine ganze Menge. Sie werden unter dem Begriff „HSP“ (High-Sensitive-Person) zusammengefasst. Jedoch ist es kein ausschließlich menschliches Phänomen. Im Tierreich gibt es in jeder Gruppe ebenfalls hochsensible Tiere. Sie sorgen als „Warner vor Gefahr“ für den Fortbestand der Art. Von Natur aus sind HSP also die „Antennen“ der Gemeinschaft. Deshalb verfügen sie über geschärfte Sinne, eine tiefere Wahrnehmung und auch über ein starkes, intuitives „Gefühl“ für Logik und größere Zusammenhänge. Und sie leiden nur dann, wenn es der Gemeinschaft nicht gut geht.

(Hoch)sensibel zu sein, ist in der westlichen Gesellschaft heutzutage eine immense Herausforderung. Denn häufig fehlen Verstehbarkeit, Sinnhaftigkeit und Gestaltbarkeit im täglichen Tun. Zudem führen Reizüberflutung, Zeit- und Leistungsdruck sowie die Komplexität des Alltags zu permanenter Überforderung. Eine latente Anspannung und Egozentrik – egal, wohin man schaut – gehören zum Alltag. Das entspricht nicht im Mindesten den Bedürfnissen hochsensibler Menschen und einer sensiblen Lebensweise.

Dem eigenen Gefühl zu vertrauen und die persönlichen Bedürfnisse ernst zu nehmen egal, was die 80% „normal wahrnehmenden“ Mitmenschen reflektieren, ist deshalb von großer Wichtigkeit für HSP. Denn die Empfindungen hochsensibler Menschen und die damit verbundenen Reaktionen sind keine Defizite, sondern vielmehr richtungsweisende Ressourcen innerhalb der Gemeinschaft für einen gesellschaftlichen Wandel hin zu einer menschlichen, sensiblen Lebensweise.

nova – Lebensraum Sensibilität möchte dem Wunsch hochsensibler Menschen nach einem menschlich-sinnvollen Leben nachkommen, gerade diese Menschen in ihren Bedürfnissen stärken und ihnen das Vertrauen geben, das ihre Empfindungen richtig und gut sind und einen Lebensraum bekommen sollten.