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Ich wollte nie so werden wie mein Vater

Ich wollte nie so werden wie mein Vater
Persönliche Weiterentwicklung

Hast Du (Mann oder Frau), Dir schon mal Gedanken darüber gemacht, ob Du wirklich Dein eigenes Leben lebst? Oder vielleicht doch das Leben Deines Vaters, oder Deiner Mutter? Als Jugendlicher habe ich immer gesagt: „Ich werde nie so wie mein Vater“.

Ich wollte nie so werden wie mein Vater

Obwohl ich bis zum Alter von 59 glaubte, nichts mit meinem Vater gemein zu haben, hat es mich im Laufe des Jahres 2017 auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Schon seit vielen Jahren trieb mich die Frage um, warum ich beruflich nicht da war, wo ich sein wollte. Irgendetwas schien es immer wieder zu sabotieren. Als diese Frage bei mir mal wieder hochgekommen ist, habe ich mit einer Freundin gesprochen. Sie gab mir daraufhin den Rat: „Die Antwort findest Du in Deiner Familiengeschichte„. Zuerst war ich darüber ein wenig ratlos. Wie sollte ich denn da jetzt weiterkommen und Antworten darauf finden?

Als ich in einer langen Nacht, 100e von Seiten aus dem Nachlass meines Vaters gelesen habe, viel es mir wie Schuppen von den Augen und ich schlug mich an die Stirn: Das bin ja alles auch ich, was ich da gelesen habe. Erst nach dieser Erkenntnis habe ich mich mit der Frage beschäftigt, warum das so ist. Es gibt innerhalb der Familie den sogenannten Apfelfaktor. Dass der Apfel nicht weit von Stamm fällt, klingt altbacken und überholt. Das ist aber keineswegs überholt. Es gibt ihn, den Apfelfaktor. Äpfel können von dem Baum, auf dem sie gewachsen sind, weit weggetragen werden. Aber sie bleiben dem Baum, auf dem sie gewachsen sind, immer verbunden. Die Äpfel bleiben vom Baum geprägt. Und so ist es auch mit uns Menschen. Wir bleiben viel mehr von unserer Famlie geprägt, als uns bewusst ist.

Es gibt eine tiefe, unbewusste Loyalität von Kindern zu ihrer Familie. Diese Loyalität nimmt Einfluss auf alle wichtigen Lebensentscheidungen. Ja, sie bestimmt sogar die eigene Lebensführung. Dabei gibt es im Wesentlichen zwei Modelle. Entweder sie wollen nicht erfolgreicher sein als ihre Eltern. Oder sie wollen der ganzen Welt beweisen, wie toll sie sind und mit großartiger Leistung die Liebe der Eltern bekommen.

Wenn Dir diese Zusammenhänge klar geworden sind, geht es darum, Frieden mit den Eltern zu schließen. Wenn Du dort noch eine Rechnung offen hast, wirst Du nie glücklich und erfolgreich sein können im Leben. Die Energie, die Dir Deine Eltern geben, ist die wichtigste Kraft, die Du im Leben finden kannst. Wenn diese Energiequelle abgeschnitten ist, wird Dir immer etwas im Leben fehlen. Es ist, als ob alle Energie in Dir blockiert ist. Und das ist auch so.

Erst wenn Du das verstanden hast, ist ein Verarbeiten möglich. Voraussetzung ist die Erkenntnis, dass

  • die Geschichte so war, wie sie war,
  • die Eltern nicht anders konnten, als so, wie sie gelebt haben,
  • Du selbst aus Liebe ihnen gegenüber ihr Verhalten übernommen hast und Dich dafür nicht grämen musst.

Dann kannst Du die nach vorne gerichtete Entscheidung treffen, nun anders zu leben.

Für mich war dies die wichtigste Erkenntnis im Leben. Spät, aber nicht zu spät, denn ich mache mit 88 noch eine Kreuzfahrt. Das ist in 27 Jahren!

Euer Jochen Bethge

Hier geht es zu meinem Profil:
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Jochen Bethge - Businesscoach, Podcaster, Autor 6