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Vom Vertrauen in sich selbst – wie ich lernte, mich selbst zu halten

Vom Vertrauen in sich selbst – wie ich lernte, mich selbst zu halten
Persönliche Weiterentwicklung

Halt…

Gehalten sein, festhalten, Halt in sich selbst, halten, Haltung

Der Duden sagt: „innere [Grund]einstellung, die jemandes Denken und Handeln prägt; Verhalten, Auftreten, das durch eine bestimmte innere Einstellung, Verfassung hervorgerufen wird“

 

Manchmal entstehen Blogartikel einfach nur, weil ich diese inneren Bilder, oder innere Worte in mir habe, sie wahrnehme und sich dann meine Gedanken darum herum weben. Auf dem Weg ins Café zum Schreiben (ohne zu wissen, worüber ich schreiben werde), ist mir das „Halten“ in den Kopf geschossen und seitdem auch nicht mehr weggegangen. Und es passt so gut zu meinem Leben, zu meiner Entwicklung, dass ich denke, es macht tatsächlich Sinn darüber zu schreiben.

Ich spüre so unglaublich viel Halt in mir selbst!

Das wurde mir gestern sehr bewusst und dieses Gefühl fühlt sich so gut an und so richtig und wie eine Belohnung für die Mühen und Täler der letzten Monate. Ohne, dass es mein Ziel gewesen wäre, habe ich mir diesen Halt selbst erarbeitet. Und heute kann ich wirklich behaupten, dass ich mich stark fühle innerlich, dass ich mich klar fühle innerlich, dass ich bereit bin Risiken einzugehen, weil ich weiß, ich werde auch Misserfolg verkraften, ich bin bereit, um Dinge zu bitten auch mit der Gefahr abgelehnt zu werden, ich bin bereit, mich auf Situationen einzulassen, die ich nicht mehr kontrollieren kann, weil ich dem Leben vertraue und meiner Intuition. Und das macht mich frei.

 

Entscheidungen zu treffen, die sich für mich stimmig anfühlen machen mich frei

Diese Freiheit breitet sich langsam Stück für Stück in meinem Leben aus und ich habe keine Ahnung, wie weit das alles gehen wird und wo es mich hinführt. Ich bin wirklich dabei hinzusehen und hinzufühlen. Was ich will und was ich brauche. Ich versuche zu verstehen, wann mein inneres Kind etwas will und wann die erwachsene Verena. Ich frage mich, wie ich Leben will und was ich brauche, um glücklich zu sein, und ich verabschiede mich von Mustern und Ideen, die ich übernommen habe, weil sie mir vorgelebt wurden. Ich arbeite nur 50% und ich bin über diese Entscheidung so glücklich! Es erlaubt mir nicht aus meiner Balance zu fallen und genug Zeit für mich und das Schreiben zu haben. Klar… ich könnte 100% arbeiten, mehr verdienen und hätte die Freiheit nicht mehr jeden Cent umdrehen zu müssen. Aber ich habe mich bewusst gegen diese Art von Freiheit entschieden, denn mir ist meine freie Zeit ein Heiligtum und eine Notwendigkeit zugleich. Ich habe mich für das Schreiben entschieden und ich liebe es! Viele verstehen nicht, was ich da tue oder eher warum. Aber für mich ist Schreiben kein Hobby. Es stellt sich gar nicht die Frage, ob ich das will, sondern ich muss es tun. Es ist meine Medizin für die Welt und meine seelische Ausdrucksform und auch wenn ich davon (noch) nicht leben kann und ich mich immer mal wieder frage, ob sich das eigentlich alles lohnt… so ist es auch meine Stärke dem Ruf meiner Seele zu folgen und durch das Schreiben weiterzugehen.

 

Mutig auch das Unkonventionelle zulassen, macht mich frei

Ich lebe mittlerweile ein eher eigenwilliges Singleleben mit den tollsten Weggefährten, die man sich vorstellen kann. Seit ich aufgehört habe verzweifelt nach einer Beziehung im Außen zu suchen, sondern mich der Beziehung zu mir selbst widme, kommen Menschen in mein Leben, die mich auf völlig unterschiedlichste Art und Weise bereichern. Ich bin dabei das „Endziel“ Beziehung aufzugeben. Nicht, weil ich mir nicht eine tolle Bindung zu einem Mann wünsche, sondern weil ich für mich spüre, dass es darum nicht geht. Es geht tatsächlich um mich und meinen Weg und meine Bereitschaft, offen für die Geschenke des Weges zu sein. Und ich will nicht mehr werten, welche Art und Form von Beziehung gut, schlecht, richtig, oder falsch ist. Ich will mich freuen, über die Begegnungen, die ich habe und mein Leben mit buntem Glitzer und Sternenstaub füllen und mich manchmal mit aller Kraft zurück auf den Boden der Tatsachen schmeißen. In aller erster Linie will ich die Beziehung zu mir selbst in den Fokus stellen. Und wenn irgendwann der Ritter auf dem weißen Pferd vorbei kommen sollte… dann vertrau ich einfach meiner Intuition, ob ich den noch brauche/ will, oder nicht. Ich will lieben. Einen, zwei, oder drei… die Menschen, die sich zeigen in meinem Leben, auf ihre total unterschiedliche Art und Weise. Ich mache die Liebe zu meinem Leitstern und ich folge ihr und werde dabei so sehr überrascht und beschenkt. Manchmal fühle ich mich so satt und zufrieden, dass ich es selbst kaum glauben kann.

Mich für mich, statt gegen mich entscheiden

Ich habe jahrelang einen Kampf gegen mich selber geführt. Gegen meinen Körper, gegen mein so sein. Ich habe ja nicht gestimmt, ich habe nicht rein gepasst, mein Körper fing an, darunter zu leiden, und Symptome zu entwickeln, also hab ich noch versucht gegen meinen Körper anzugehen. Ich wollte nicht wahrhaben, dass ich so anders bin, dass ich anscheinend vieles gar nicht so „kann“, wie von mir erwartet wurde und wie ich beobachten konnte, dass andere es nämlich können. Und der ganze Scheiß fing schon in der Kindheit an! Denn natürlich spürt man das, wenn man irgendwie raus fällt, oder Erwachsene irritiert über das Verhalten sind. Dann versucht man, sich anzustrengen und sich anzupassen, weil man als Kind dazu gehören will! Man will, dass die anderen einen mögen. Und bei diesen jahrelangen Versuchen der Anpassung muss man ganz viel von sich selber wegdrücken, ja man drückt ja sogar eigentlich seine eigene Essenz weg. Man verleugnet sich selbst… und irgendwann dreht halt der Körper oder die Seele durch… man bekommt einen Reizdarm, Depressionen, Burnout und noch viel mehr. Spätestens dann beginnt man sich auf Ursachenforschung zu begeben und nach Gründen zu suchen. Verwechselt das gerne mit „Schuldigen“ und hat sich selbst erfolgreich in die Opferrolle gebracht, aus der heraus aktiv zu handeln echt schwierig wird. Ich habe so viel versucht in meinem Leben… Therapie, Coaching, Selbstfindungstrips ohne Ende, Bücher, Gespräche und und und. Und all das war notwendig für mich und meinen Weg. Nichts davon war falsch. Kein einziges Erlebnis in meinem Leben erscheint mir falsch, oder sollte ich bereuen. Alles hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Auch die schwarzen Tage, die dunklen Stunden meiner Seele, die Verluste, das zerrissene Herz, die Tode und die Dramen. Ich lebte jahrelang wie unter einer grauen Wolke aus dumpfer Verzweiflung und Hilflosigkeit mit dem brennenden Wunsch meiner Seele nach LEBEN.

 

 

Mich für das Leben entscheiden und endlich losgehen

LEBEN… ich war schier ausgehungert danach, ohne es mir erfüllen zu können! Ich sah anderen beim Leben zu und war nicht fähig ein Teil davon zu sein. Ich war im Abseits. Ich war manchmal mehr in anderen Welten, als hier, ich hatte keinen Halt und trudelte verwirrt durch mein eigenes System.

Als ich anfing, richtig Sport zu machen, begann eine deutliche Veränderung. Ich bekam ein ganz neues Gefühl für meinen hochsensiblen Körper. Plötzlich war der nicht mehr nur schwach und übersensibel, sondern der konnte richtig was! Der konnte Grenzen austesten, der konnte über sich hinaus wachsen, der hatte Biss und ließ sich von Schürfwunden oder Blasen auch nicht davon abbringen weiterzumachen. Ich lernte meinen Körper ganz neu kennen und ihm zu vertrauen! Weil bouldern und klettern meine totale Leidenschaft ist. Schon immer war, auch als Kind. Ich holte endlich etwas zu mir zurück, was ich fast vergessen hatte. Dank meiner Sensibilität verfüge ich über ein echt gutes Körpergefühl, was sich im Sport als totaler Glücksfall herausstellte.

Als ich anfing mich etwas zu entspannen, was meine Ernährung betraf, begann es meinem Reizdarm besser zu gehen. Nicht, dass ich heute keine Probleme mehr habe, mein Darm ist mein Seismograph, wenn ich mal wieder nicht gut auf mich höre… aber ich wache nicht mehr nachts auf, weil ich so wahnsinnige Schmerzen habe und ich mache mich nicht mehr so verrückt wegen dem Essen.

Als ich anfing, meinen Job in Frage zu stellen, begann sich ganz viel zu verändern und zu öffnen. Bewegung kam nicht nur in mein Leben, sondern vor allem in meinen Kopf. Ich begriff, dass ich Dinge tat, weil „man“ die so machte. Ich begriff, dass meine Lebensentscheidungen niemandem gefallen müssen, außer mir selbst (in dem Fall ist es ganz praktisch, ein kinderloser Single zu sein) und dass ich im Moment so unabhängig, bin, dass ich rein theoretisch alles tun könnte. Ein absolut verrückter Gedanke! Und mit diesen Gedanken kam auch eine gewisse Ehrlichkeit mir selbst gegenüber, die ebenfalls so einiges löste.

Als ich anfing zu akzeptieren, dass ich im Moment keine Männer anziehe, die vom Zusammenziehen und der sicheren Beziehung träumen, konnte ich einen immens großen Druck in mir selber loslassen. Stattdessen begann ich mich damit zu beschäftigen, was ich eigentlich selbst will und begann mich dem Leben an sich zu öffnen mit Neugierde für all die Verrücktheiten. Anstatt mich zu vergraben, vor den bösen Menschen, lasse ich mich ein, vertraue meiner Intuition und verlasse meine Komfortzone. Und entdecke dabei so sehr mich selbst, mein Potential, meine Einzigartigkeit, meine Ausstrahlung und die Liebe zu mir, dass es mir manchmal fast unwirklich erscheint.

 

Ich bin auf der Reise zu meiner eigenen Essenz, ohne Mauern und Schichten

Ich fange also an, mich aus bestehenden Strukturen, Glaubenssätzen, Mustern, vorgelebten Beispielen und Erwartungen zu lösen und lege Stück für Stück mich selber frei. Und es ist eine Freude mich selbst zu entdecken. Es ist ein Abenteuer, jeden Tag. Ich lebe eine Lebendigkeit, von der ich nicht einmal zu träumen gewagt hätte! Ich lasse los… das Alte… das was mich hemmt… dass was mich jahrelang eingesperrt hat, weil ich dazu gehören wollte… ich will nicht mehr dazu gehören, das ist nicht mehr mein Fokus. Ich will mich selbst fühlen und dem Leben vertrauen und dabei beginne ich Zugehörigkeit zu Menschen zu entdecken, die völlig mühelos gelingt, weil ich, ich bin. Ich ziehe Menschen in mein Leben, die von mir inspiriert sind, einfach weil ich so bin, wie ich bin. Das ist absolut verrückt für mich! Das genau in meinem anders sein, meine Stärke liegt und dass ich genau damit faszinieren und andere begleiten und öffnen kann.

Ich lasse los und erfahre darin die Lösung für meine Probleme. Ich beginne zu vertrauen. Mir selbst und dem Leben und meiner Kraft, dass ich stark genug bin, auch wenn es mal bergab geht. Ich nehme an und lasse mich ein, auf die Wundertüte Leben und lerne jeden Tag dazu. Indem ich aufhöre die Kontrolle haben zu wollen, in dem ich aufhöre zu ziehen, finde ich Ruhe und zu mir selbst. Ich lasse mich von den Wellen treiben und verstehe, dass es mal nach unten geht, und mal nach oben und das nichts davon schlimm ist. Ich erlaube meinen Gefühlen da zu sein. Auch die Gefühle, die sich unangenehm anfühlen. Ich versuche sie nicht mehr wegzudrücken und zu ignorieren, sondern sie dürfen sich zeigen, sie dürfen durch mich hindurchfließen und dann dürfen sie auch wieder gehen. Eigentlich so simpel und doch so unglaublich schwer.

Ich habe keine Lust mehr mich nach dem Außen zu richten, ich will mich nach mir selber richten. Ich will, dass es mir gut geht und ich mich nicht mehr selbst verrate anderen zu liebe, ich will die Verantwortung für mich übernehmen, ohne sie anderen aufzudrücken, und ich will mich nicht mehr verstecken, weder vor mir, noch vor anderen Menschen und erst recht nicht vor dem Leben selbst.

Ich sage Ja zu mir selbst, Ja zum Leben und gehe mit dem, was ist. Darin liegt meine Freiheit und ich bin voller Dankbarkeit, dass ich das heute wagen kann! Weil ich mich selber halten kann! Weil ich erst durch all die Tiefs gehen musste, um das zu lernen. Und jetzt ernte ich, passend zum Herbst meine eigene Kraft, meine eigene Stärke und meine Liebe. Weil ich endlich, endlich lerne, mich selbst zu lieben. In kleinen Schritten und nie am Ende, sondern Stück für Stück. Weil ich auch verstanden habe, dass es nicht darum geht irgendwo, oder bei irgendwem anzukommen, außer bei mir. Und dass das Leben geschieht und ich mich nur hingeben muss, nur vertrauen muss. Es geht nicht um das Ziel, es geht darum sich mit offenem Herzen auf den Weg einzulassen. Das Ende ist der Tod und vielleicht ist auch dass nur ein weiterer Schritt auf dem Weg der Seele… wer weiß…

Nachtrag: Und mal wieder laufe ich abends kopfschüttelnd durch meine Wohnung, kopfschüttelnd über mein herrliches Leben, weil ich mich so gesegnet, so behütet, so willkommen, so gesehen und so geliebt fühlen darf. Weil ich so unglaublich tolle Menschen in meinem Leben habe, die meine Tage bereichern und Geschenke sind. Jedes völlig einzigartig und absolut wertvoll.

Eure Verena

 

Verena Platte

Hier geht es zu meinem Profil bei nova:
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