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Warum wir so empfindlich sind!

Warum wir so empfindlich sind!
Entspannung und Wohlbefinden Persönliche Weiterentwicklung

 

Was genau bedeutet denn eigentlich hochsensibel? Bücher darüber gibt es ja viele!

Menschen, die diese Bücher lesen sind meist hochgradig erleichtert, dass es einen Namen für das gibt, wie sie empfinden. Viele hochsensible Menschen werden als „warum bist du nur so empfindlich?“ hinterfragt und glauben irgendwann selbst, dass sie wohl zu empfindlich für diese Welt sind. Da ist es eine Erleichterung, wenn das Ganz einen Namen bekommt. Ich selbst mag dieses Schubladendenken eigentlich nicht so. Am Ende werden die Betroffenen wieder in eine Schublade gesteckt: „Ach so, du bist hochsensibel…“ Die Schublade hat die Aufschrift „Hochsensibel“ und wird oftmals gleichgesetzt mit: Zu empfindlich für diese Welt/ Ist irgendwie anders/ Braucht immer ein bisschen mehr Rücksicht. Was in der Schublade drinsteckt, wissen die meisten nämlich nicht.

Ich mag diese Schublade auch deshalb nicht, weil zunächst einmal alle Menschen sensibel sind. Die Grenzen von wenig sensibel bis hochsensibel oder sehr sensibel, sind dabei fließend. Es gibt uns nicht zweimal, auch wenn uns das Prädikat „hochsensibel“ es glauben lässt. Wir sind, egal ob weniger oder sehr sensibel, sehr verschieden. Daher nutzen die Schubladen auch nicht wirklich. Nun ja, in meinem Beitrag soll es aber gar nicht um die Schubladen gehen, sondern darum, was „sensibel“ eigentlich bedeutet. In diesem Zusammenhang mag ich übrigens den Ausdruck „empfindlich“ lieber. Leider ist er ja recht negativ geprägt und wird daher nicht gerne benutzt. Würden wir uns gegenübersitzen und ich würde dir sagen: „Ich bin empfindlich!“, würdest du mich sicherlich mit großen Augen angucken. Aber genau das bin ich und du vermutlich auch.

Stell dir einen Antenne vor. Am besten die gute alte Fernsehantenne.  Was hat die Antenne gemacht? Sie hat die Energiefrequenzen für die Fernsehbilder aus der Luft gefischt. Das funktionierte aber nur, wenn die Antenne „empfindlich“ war für die genau richtigen Frequenzen. Schließlich wollten wir, während wir „Wetten dass!“ schauten nicht noch gleichzeitig Radiogedudel, den Polizeifunk oder die Babysprechanlage von unseren Nachbarn hören. Nicht auszudenken, wenn wir das alles auch noch hätten hören müssen… Zum Glück waren unsere Antennen also empfindlich genug.

Wie ist das nun bei uns? Stell dir vor, du hättest auch eine Antenne. Die hast du nämlich auch. Allerdings kannst du sie nicht sehen. Unsere Sinne stellen die Arme der Antenne dar. Über die Sinne nehmen wir alle Reize (Frequenzen) auf. Du brauchst nur vor die Tür zu gehen und du erhältst ganz schnell die „Fernsehbilder und – töne“: Ist es plötzlich kalt geworden, werden in deinem Gehirn bestimmte Worte aufploppen. Vielleicht so: „Oh, ist das kalt geworden!“ Gleichzeitig ploppt das Bild der warmen Winterjacke auf und deine Haut meldet „Gänsehautalarm!“ Vielleicht spürst du auch noch ein Ärgergefühl im Bauch, weil du nicht wolltest, dass es gerade heute so kalt wird.

Aber eins muss man sagen: Das hat die Natur doch gut eingerichtet oder? Deine hochsensible Antenne unterrichtet dich schwuppdiwupp über alles was gerade in dem Moment wichtig ist. Nicht ganz so gut ist es allerdings, wenn unsere Sinne nicht gut filtern: Du bekommst immer viel zu viele Informationen und fühlst dich schnell überreizt. Dein Gehirn mag die vielen, vielen Informationen gar nicht mehr verarbeiten und wehrt sich massiv. In wenigen Sekunden hast du eine ganze Kaskade von Wahrnehmungen über deine Antenne (Sinne) wahrgenommen, als du in den Raum gekommen bist:

  • die Kollegin, die so komisch guckt
  • das Radio, das plärrt
  • die schlechte Stimmung, die wie ein Sumpf durch den Raum zu wabern scheint
  • der PC der blinkt
  • der Drucker der schnarrt
  • das Handy das vibriert

Irgendwann meldet dein Gehirn „ich streike“ und stellt auf „dumpf-leer-Widerstand“. Damit bist du aber nicht einverstanden, schließlich willst du funktionieren und gehst ebenfalls auf Konfrontation, um das letzte bisschen Konzentration aus deinem Gehirn rauszuquetschen. Dein Gehirn wird dir nun unangenehme Gefühle schicken: Müdigkeit, Kopfschmerzen, ein Gefühl von „ich kann nicht mehr!“ Nur, damit du endlich zur Vernunft kommst und nach Hause gehst. Kannst du aber nicht. Schließlich wirst du dafür bezahlt.

Was also tun? Mein Tipp für dich: Justiere deine Antenne! Sie ist nämlich nicht zu empfindlich eingestellt, sondern sie lässt einfach viel zu viel durch! Glaubst du nicht? Vielleicht hast du schon mal erlebt, dass dir ganz viele Sachen aufgefallen sind und jemand anderes sagt dazu: „Ach echt, ist mir gar nicht aufgefallen. Was dir immer alles so auffällt?!“ Deine Sinne sind also auf höchste Empfangsbereitschaft. Da auch die Haut ein Sinnesorgan ist, macht der Ausdruck „dünnhäutig“ durchaus Sinn, oder?

So, ich merke schon. Du willst jetzt wissen, wie du deine Antenne anders einstellen kannst. Du brauchst einen Filter. Einen Filter, der nur noch das durchlässt, was für dich und dein Leben wesentlich ist. Das Schöne ist, dass du diesen Filter schon hast. Ich werde dir an dieser Stelle also keinen Filter verkaufen und es gibt auch keinen Affiliate-Link dazu. Allerdings hast du ihn auch nicht von Geburt an. Er ist gewachsen mit den Jahren. Ahnst du es schon? Nein, dann verrate ich dir jetzt: Es handelt sich um dein Bewusstsein.

Werde dir darüber bewusst, was du filtern willst. Was willst du über deinen Antennen (Sinne) „reinlassen“? Entscheide dich bewusst dafür. Es braucht ein bisschen Feintuning. Entscheidest du dich zum Beispiel, dass du die schlechte Laune der Kollegin nicht mehr reinlassen willst, dann solltest du dir das in dem Moment bewusst machen: Du kommst also in den Raum und merkst: Sie hat schlechte Laune. Entscheide dann bewusst: Nicht mit mir! Diese Energie nehme ich jetzt nicht auf. Desto bewusster du dir das machst, desto besser wird es gelingen.

Ja, ich spüre schon. Du zögerst, kannst es nicht recht glauben. Aber wir haben immer eine Wahl. Achtsamkeit ist da das Zauberwort. Desto achtsamer wir dafür sind, was gerade jetzt ist und was es bei uns auswirkt, desto besser können wir Einfluss nehmen. Ganz gefährlich ist es, wenn unsere Antenne, alle möglichen Reize aufnimmt und wir uns dessen gar nicht bewusst sind. Dann wundern wir uns am Abend (oder vielleicht schon mittags), warum wir so schrecklich genervt und ausgepowert sind. Deine Sinne können dafür nichts. Sie sind wie Kameras, die einfach alles mehr oder weniger ungefiltert aufnehmen. Du bzw. dein Bewusstsein, du entscheidest, ob du das Tor für die Bilder, Töne und Reize öffnest. Und ja, es braucht ein bisschen Übung. Probiere es mal aus. Du wirst merken, desto bewusster du dir deiner Wahrnehmung bist, desto besser kann du entscheiden, was du reinlässt oder nicht. Noch ein Beispiel gefällig?

Wenn du es super eilig hast, wirst du auf dem Weg zum Auto vielleicht gar nicht wahrnehmen, dass es heute deutlich kälter ist als gestern. Erst als du in der Stadt ankommst und aus dem Auto steigst, merkst du wie kalt es ist. Du ärgerst dich. Nun wirst du die ganze Zeit frieren müssen. So ein Mist! Hättest du die Kälte auf dem Weg zum Auto bewusst wahrgenommen, hättest du bewusst entscheiden können: Ich hole mir eine andere Jacke! „So einfach ist das aber mit der Stimmung der Kollegin nicht!“, höre ich dich empört sagen. Das stimmt, ganz so einfach ist es nicht. ABER das Prinzip ist dasselbe. Es erfordert halt ein bisschen mehr Übung. That’s all!

Dabei hilft dir Achtsamkeitstraining ganz hervorragend. Noch besser ist allerdings die Meditation. Schließlich ist die Achtsamkeit die kleine Schwester der Meditation. Meditation ist ganz wunderbar geeignet, um genau das zu lernen, wovon wir hier gesprochen: Du schulst dein Bewusstsein und wirst zunehmend lernen, deinen Filter achtsam einzusetzen, ganz bei dir zu bleiben und dir selbst gut zu tun. Deshalb heißt mein Tagesworkshop auch: FEEL THE JOY OF LIFE – Lebensfreude pur durch Meditation. Und nein, das ist nicht übertrieben. Probiere es aus und lass dich begeistern!

Und übrigens: Auch wenn ich recht locker, flockig über dieses Thema schreibe und meine Vergleiche etwas banal erscheinen, all das basiert jedoch auf neurobiologischen Zusammenhängen. Damit wollte ich dich allerdings nicht langweilen und ich weiß (auch neurobiologisch erwiesen 😉 das so einfache bildhafte Vergleiche viel eingängiger sind und länger haften bleiben.

Mehr von mir und meinen Kursen findest du auf meiner Seite „Neue Wege Entdecken“. Besuch mich doch mal und wenn du magst, buchst du ein kostenloses Kennenlerngespräch mit mir. Dann kann ich dir konkrete Tipps für deine Situation geben. Bis bald also,

Deine Nicole Wendland

 

Nicole Wendland von Neue Wege Entdecken